So schnell kamen sie nicht durch…

Zwanzigtausend Demonstranten, 450 Traktoren, und zeitweise waren mehr als 3000 Menschen auf den Schienen: Die Proteste gegen den letzten Castortransport 2011 zeigten, dass der sogenannte Atomausstieg das Vertrauen in die Redlichkeit der verantwortlichen Politiker nicht wiederherstellen konnte – zumindest nicht im Wendland. Die atomkritische Bewegung ist dort weiterhin stark.

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Zwar enthält der letzte “Atomkonsens” eine Vereinbarung, die einen Transport der nächsten Castoren nach Gorleben zunächst ausschließt. Aber noch ist ungeklärt, wer den Atommüll stattdessen aufnehmen soll. Die Lanesregierungen Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein hatten sich zunächst dazu bereit erklärt – unter der Bedingung, dass sich ein drittes Bundesland findet. Das aber fehlt nach wie vor. Inzwischen haben auch Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg deswegen ihre Zusagen wieder zurückgezogen.

Diese Vorgänge werfen ein Schlaglicht auf die Ernsthaftigkeit der politisch Verantwortlichen, eine Lösung für die Lagerung des hochradioaktiven Mülls zu entwickeln. Hochentwickelt aber sind die taktischen Raffinessen, den Atommüll von den eigenen Regionen fernzuhalten. Das gilt sogar für den in den eigenen Reaktoren erzeugten Müll. Das vorläufige Ende des Trauerspiels: Die Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England behalten den deutschen Atommüll erstmal. Das geht merkwürdigerweise, obwohl die Castortransporte nach Gorleben immer mit angeblich völkerrechtlich bindenen Verträgen begründet worden waren.

Auch diese Tricksereien schaffen nicht grade Vertrauen in die “Endlagersuche”. Wir sind darauf eingerichtet, eines Tages wieder gegen Castortransporte auf die Straße zu müssen.