Kann Röttgen keine Karten lesen?
(Lüchow, 28. 01.2012) In einem Interview mit dem Südwestrundfunkt (SWR) am 28. Januar hat Röttgen einmal mehr bestätigt, dass in Gorleben weitergebaut wird: „Gorleben bleibt im Topf.“ Trotzdem spricht er erneut von einer „weissen Karte“ bei der Endlagersuche. Müssen wir deshalb annehmen, dass Röttgens Orientierungsfähigkeit so schwach ist, dass er nicht einmal einen dicken schwarzen Punkt auf einem ansonsten leeren Blatt findet? Nein, wir müssen annehmen, dass Röttgen uns anlügen möchte: Natürlich gibt es keine „weisse Karte“. In Gorlebener Salzstock wird weiter an einem Endlager gebaut. Parallel dazu arbeitet eine Armada von Fachleuten daran, wie das Endlagersuchverfahren so gestaltet werden kann, dass Gorleben trotz seiner geologischen Mängel am Ende als einziger Standort übrig bleiben wird. Schon jetzt prophezeien wir: Die vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) wird ergeben, dass der Salzstock „eignungshöffig“ ist, was auch immer das konkret beinhaltet, und dass dort unbedingt weiter „erkundet“, also gebaut werden muss. Jede Wette._______________________________________________________________________________________
Erkundung des Salzstockes Gorleben:
Das Ergebnis steht schon fest
Wer leitet eigentlich die Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben? Es ist nicht Bundesumweltminister Röttgen oder eine Fachabteilung des Umweltministeriums. Sondern eine Behörde, die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt ist: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, kurz BGR. Das Bundeswirtschaftsministerium ist weit mehr im Endlagerprozess Gorleben involviert, als öffentlich bekannt. Nachdem der damalige Umweltminister Trittin einen Baustopp verfügt hatte, liess das Bundeswirtschaftsministerium seine bewährten Mitarbeiter fleissig weiterarbeiten. Auch die BGR trägt schon jahrzehntelang geologisches Material zusammen. Allerdings nicht wissenschaftlich neutral, sondern mit dem Ziel, den Salzstock „eignungshöffig“ zu halten. Wie die BGR dabei manipuliert und wissenschaftliche Literatur ignoriert, hat der Geologe und Endlagerfachmann Dr. Ulrich Kleemann in einer Studie dokumentiert, die wir zusammen mit der Rechtshilfe Gorleben im Dezember vorstellten. Nun hat die BGR auf die Kritik geantwortet – und sie damit erneut bestätigt. Unsere Analyse der BGR-Stellungnahme hier_______________________________________________________________________________________
Endlagergesetz:
The New Green Deal
Etliche atomkritische Gruppen werfen den Grünen vor, keine klare Position zu Gorleben zu beziehen. Neuerdings wollen führende Grüne den Salzstock von Gorleben weiter erkunden, die Nicht-Eignung von Gorleben müsse über ein Verfahren "rechtssicher" festgestellt werden.Diese Haltung vertritt auch die Bund-Länder-Kommission zur Endlagersuche, die der grüne Ministerpräsident Kretschmann führt. Er sagte in einem Gespräch mit der "Zeit", die Herausnahme des Salzstockes Gorleben aus dem Endlagertopf sei in diesem Kreis politisch derzeit nicht durchsetzbar. (mehr)
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Warum auch nach dem „Atomkonsens“ gegen den Castortransport auf die Strasse gehen? Vier gute Gründe Wir werden immer wieder gefragt: „Die Regierung hat doch nun den Atomausstieg beschlossen und will sogar mehrere Standort für ein Atommülllager miteinander vergleichen! Warum geht Ihr trotzdem wieder auf die Strasse?“ Hier unsere Antworten kurz und knapp.
Kann es einen echten Neustart für eine Endlagersuche geben, wenn Gorleben im Topf bleibt? „Nein!“ sagt sagt die „Schulterschlussgruppe“ Lüchow-Dannenberg. In diesem Zusammenschluss haben sich alle im Kreistag vertretenen Fraktionen (mit Ausnahme der CDU), überparteiliche Organisationen wie Bürgerinitiative Umweltschutz, die Bäuerliche Notgemeinschaft, BUND und NABU, mehrere für die Region sprechenden Mandatsträgerinnen im Landtag, Bundestag und Europaparlament, sowie die Grundstückseigentümer/innen am Salzstock von Gorleben zusammengetan. Damit repräsentiert der „Schulterschluss“ insbesondere den bürgerlichen und bäuerlichen Widerstand in der Region. Warum es seiner Auffassung nach einen Neustart ohne Gorleben geben muss, lesen Sie hier.
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