Warum auch nach dem „Atomkonsens“ gegen den Castortransport demonstrieren?
Vier gute Gründe
1. Die erhöhten Strahlenwerte am Zwischenlager Gorleben sind nach wie vor ungeklärt
Die am Zwischenlager gemessenen Werte hätten zu einer Absage des Castor-Transports führen müssen. Stattdessen werden sie von der Landesregierung mit Rechentricks unter den Grenzwert gedrückt, damit weitere Castoren eingestellt werden können. Damit wird der Atommüllstandort Gorleben weiter zementiert und die Gesundheit der Bevölkerung auf’s Spiel gesetzt.
2. Wir wollen das Ende der Bauarbeiten in Gorlebener Salzstock
Der Standort Gorleben wurde in den 1970er Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit willkürlich ausgewählt – aus rein politischen Gründen. Im November 2010 wurde die „untertägige Erkundung“ nach zehn Jahren Baustopp von Bundesumweltminister Röttgen wieder aufgenommen. Diese Erkundung ist nichts anderes als der Bau eines Endlagers in industriellen Dimensionen. Täglich werden dort Fakten geschaffen – trotz Wasserzuflüsse von oben, Gas von unten und einer durchlöcherten Deckschicht.
3. Wir wollen einen Neustart bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager
Das von der Bundesregierung angekündigte Endlagersuchgesetz droht zu einem „Gorleben-Durchsetzungsgesetz“ zu werden. In dem von Röttgen angekündigten Zeitplan – Mitte 2012 sollen Bundesrat und Bundestag schon entscheiden! – ist es unmöglich, Kriterien für ein sicheres Endlager zu erarbeite. Weder können ausreichend Erkenntnisse über alle in Frage kommenden Standorte gesammelt noch eine rechtlich abgesicherten und transparenten Bürgerbeteiligung entwickelt werden. Und währenddessen wird unausgesetzt an einem Endlager in Gorlebener Salzstock weitergebaut. Bis es fertig ist.
4. Atomindustrie stilllegen – nicht erst in 20 Jahren!
Acht Atomkraftwerke musste die Regierung abschalten, die Laufzeitverlängerung zurücknehmen – nach der entsetzlichen Reaktorkatastrophe von Fukushima hat die Anti-Atom-Bewegung große Erfolge errungen. Es waren Etappensiege: Wir möchten, dass alle Atomkraftwerke bei uns und weltweit abgeschaltet werden, bevor der nächste GAU passiert. Wir fordern das Ende der Atomindustrie – vom Uranabbau und -anreicherung bis zu den Atomexporten.
