Atomanlagen stillegen - sofort


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Seit 30 Jahren kämpft die Bäuerliche Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg gegen Atomkraftwerke und die Atomanlagen in Gorleben.

"Was wollt Ihr eigentlich noch: Der Atomausstieg ist beschlossen, innerhalb der nächsten dreissig Jahre werden alle Atomkraftwerke abgeschaltet sein. Und unseren Atommüll müssen wir doch wohl aus dem Ausland zurücknehmen."Atomausstieg? Welcher Atomausstieg??- Ist das ein Atomausstieg, wenn alle Atomkraftwerke bis an das Ende ihrer Lebensdauer weiter betrieben werden? - Ist das ein Atomausstieg, wenn die Stromkonzerne nach dem "Atomkonsens" noch einmal so viel Atomstrom produzieren dürfen, wie sie bis dahin schon insgesamt produziert haben? - Ist das ein Atomausstieg, wenn noch weiterhin Atommüll in die "Wiederaufbereitungsanlagen" nach Frankreich und England gebracht werden darf, weil die Atomstromerzeuger nicht wissen, wo sie das hochgefährliche Zeug sonst lassen können? Irgendwo müssen sie damit hin, andernfalls droht nämlich die Abschaltung der zugemüllten Kraftwerke. Einen technischen Grund für seine Bearbeitung gibt es nicht. Dafür wird eines der grössten Umweltverbrechen unserer Zeit in Kauf genommen: Die Wiederaufbereitungsanlagen verseuchen den Atlantik und die irische See mit gewaltigen Mengen an hoch radioaktiven Abwässern. Und durch die Behandlung und Vermischung werden aus einer Tonne "unseres" Atommüll dann auch noch bis zu sechs Tonnen, die wir in den nächsten Jahren zurücknehmen müssen. Nein, was die rotgrüne Regierung "Atomausstieg" nennt, ist nichts anderes als eine Versicherung für die Atomindustrie, ihre Atomanlagen unter dem Schutz und mit dem Segen des Staates so lange nutzen zu dürfen, wie sie sie auch ohne "Ausstieg" genutzt hätten - und dazu noch für die geordnete Müllabfuhr zu sorgen. Neue Atomkraftwerke hat ohnehin keiner der Stromkonzerne geplant, da sich derartig grosse Investitionen unter den derzeitigen Bedingungungen nicht rechnen. Die Atompolitik von Rotgrün orientiert sich nicht an Ökologie und Strahlenschutz, sondern an den Interessen der Stromwirtschaft.Der "Atomkonsens" verhindert nicht einmal, dass eine andere Regierung den Ausbau der Atomenergie wieder massiv fördert - und die CDU/CSU hat bereits erklärt, dass sie genau dies auch zu tun gedenkt. Es ist also unter Umständen nur noch eine Frage der Zeit, dass die Produktion von Atomstrom und damit auch von Atommüll wieder ansteigt.Wie kann man dann von uns verlangen, dass wir unter diesen Bedingungen zusehen, wie ein Atommülltransport nach dem anderem seine strahlenden Fuhre in unserem Landkreis ablädt? In einer offenen Lagerhalle mit dünnen Wänden, die keinen Flugzeugabsturz überstehen würde? In Behältern, von denen niemand weiss, ob sie über einen Zeitraum von mindestens 30 oder 40 Jahren der ständigen Strahlenbelastung standhalten? Und jeder davon birgt das radioaktive Potential von 40 Hiroshima-Bomben! Wer kann nach all den verheerenden Katastrophen und Terroranschlägen der letzten Jahre ernsthaft glauben, dass ein solches Lager über einen Zeitraum von vielen Jahrzehnten wirksam geschützt werden kann?