Bauern gegen Gentechnik in der Landwirtschaft
An
mehreren Standorten in unserer Region ist der Anbau der
gentechnisch manipulierten Maissorte MON810 geplant –
und an 2 Orten bereits zurück gezogen worden.
Diese vom amerikanischen Agro-Konzern Monsanto hergestellte
Sorte ist umstritten. Einige Länder wie Frankreich,
Österreich, Polen, Ungarn haben ein nationales Verbot oder
Moratorium für diesen GVO-Mais. Der GVO-Mais produziert
während der gesamten Wachstumsperiode in jeder Zelle ein
Gift gegen Fressfeinde wie den Maiszünsler.
Wir sehen im Freiland-Anbau gentechnisch veränderter
Nutzpflanzen mehr Gefahren als Vorteile.
1.
Sorge um unsere heimische Umwelt
Wenn
genmanipulierte Pflanzen und Tiere in die Natur gelangen,
gibt es kein Zurück mehr. Niemand kann garantieren, dass es
nicht zu einer Auskreuzung kommt, denn Wind, Bienen und
andere Insekten tragen die Pollen veränderter Pflanzen
weiter als die gesetzlichen festgelegten Mindestabstände.
Durch die Freisetzung genmanipulierter Pflanzen werden,
laut Studien unabhängiger Wissenschaftler, in der freien
und belebten Natur chemisch-biologische Prozesse
angestoßen, deren Folgen derzeit völlig unabsehbar sind
– ein gigantisches Freilandexperiment, das
Frankensteinsche Folgen haben kann.
2.
Vermarktungsprobleme
Viele
Verbraucher haben Sorge, dass Lebensmittel, die mit
Rohstoffen aus gentechnisch veränderten Pflanzen
hergestellt sind, gesundheitsschädlich sein könnten. Wenn
unsere Region nicht mehr das „gentechnik-frei“
für ihre Nahrungsmittel zusichern kann, wird dies ein
entscheidender Vermarktungsnachteil sein – nicht nur
für biologisch wirtschaftende, sondern genauso für die
konventionellen Betriebe.
3.
Abhängigkeit der Bauern vom Hersteller
Die
vermeintlichen Produktionsvorteile für die Betriebe wiegen
die Nachteile nicht auf. Dem niedrigeren Pestizideinsatz zu
Beginn stehen zunehmende Resistenzen der Schädlinge und
damit vermehrter Pestizideinsatz weit über das
Ausgangsniveau hinaus gegenüber. Gleichzeitig kann der
Hersteller des genmanipulierten Saatgutes, von dem die
Anbauer sich abhängig machen müssen, die Preise für das
Saatgut – und eventuell auch des dazugehörigen
Pflanzenschutzmittels – nach Gutdünken festlegen. Die
Erfahrungen mit dem Monsanto-Konzern zeigen, dass jedes
Misstrauen gerechtfertigt ist.
4.
Kein Mittel gegen den Hunger in der Welt
Aus
den gleichen Gründen sehen wir in genmanipulierten Pflanzen
keine Lösung für den Hunger in der Welt. Der ist in erster
Linie ein Verteilungsproblem – und zunehmend auch ein
Problem der Energieerzeugung durch Pflanzen. Gerade hier
besteht die Gefahr, dass gentechnisch optimierte
Energiepflanzen weltweit die Nahrungsmittelproduktion
verdrängen.
5.
Haftungsprobleme für die Anbauer genmanipulierter Pflanzen
bei Auskreuzungen
Der
Abstand beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
beträgt 150m zu konventionellen Flächen, bzw. 300m zu
ökologisch bewirtschafteten Nachbarflächen. Bei Auskreuzung
von z.B. MON810 auf umliegende Ackerflächen, kann laut
Gesetz eine verschuldensunabhängige und
gesamtschuldnerische Haftung angefordert werden. Garantiert
wird eine solche Haftung aber erst ab 0,9% greifen.
Darunter wird es den gerichtlichen Entscheidungen
überlassen werden, ob der geschädigte Bauer einen Ausgleich
bekommt. Solche Gerichtsverfahren dauern in der Regel Jahre
und sind ggf. mit Gerichtskosten etc. verbunden. Zahlen
muss der GVO-Anbauer. Der Saatguthersteller entzieht sich
jeder Verantwortung und hinterläßt in unseren Dörfern einen
irreparablen Flurschaden im biologischen Umfeld – und
nicht zuletzt auch enorme Belastungen für die
nachbarschaftlichen Beziehungen der Dorfbewohner.
Aus
diesen Gründen protestieren wir gegen den Anbau von
genmanipulierten Pflanzen, auch bei so genannten
Wertprüfungen. Die Risiken sind nicht abschätzbar. Mit
Sicherheit aber werden dadurch alle die
landwirtschaftlichen Betriebe geschädigt, die dem
Verbraucherwunsch nachkommen wollen und ihre Produkte als
gentechnikfrei vermarkten wollen und müssen. Und das ist
die weitaus größte Mehrheit.
