Grüne Zirkusvorstellung

Der Grünenspitze sagt, sie wolle "ein Signal der Solidarität mit den Menschen in der Region" senden. Dafür ein sie ein Zirkuszelt aufstellen lassen im Gorlebener Forst und dort mit der Bundestagsfraktion und Gästen öffentlichkeitswirksam getagt. In der Presse standen dann Schlagzeilen wie: "Grüne schmieden Gorleben-Pakt".
Das sind PR-Profis, und natürlich sehen sie, welche Kraft der Widerstand grade entfaltet. Und natürlich setzen sie sich da an die Spitze, das gehört zum Einmaleins des politischen Handwerks.

Nun haben aber eben diese Grünen den rotgrünen Atomkonsens mit zu verantworten. Und da muss man daran erinnern, dass sie seinerzeit auf höhere Sicherheitsauflagen für alte Atommeiler verzichtet haben. Mit der offiziellen Begründung, die würden ja eh nicht mehr lange laufen.

Nun laufen sie doch noch. Die schwarzgelbe Koalition kann den Atomkonsens einfach in die Abstellkammer schieben und die Abschaltung der Atommeiler, die nach wie vor nur die uralten Sicherheitsauflagen aus dem vorigen Jahrhundert erfüllen, noch viele Jahre lang nach hinten verschieben. Die alten Saurier produzieren weiter Atommüll, der dann bei uns landet.

Das alles ist eine Folge der rotgrünen Verhandlungen. War das dem Superstrategen Trittin das damals unklar? Wir erinnern uns alle noch an die erbitterten Auseinandersetzungen um den Atomkonsens, an die Massenaustritte aus der Grünen Partei Lüchow-Dannenberg und die Neugründung der Grünen Liste.

Eben diese Verantwortlichkeiten von damals, die grünen Spitzenstrategen und die, die damals im Bundestag die Hand gehoben haben, setzen sich nun an die Spitze der Anti-Atom-Bewegung und "schmieden einen Gorleben-Pakt". Ich finde es ausgesprochen schwierig, da eine  Balance zu finden zwischen dem Wunsch, in diesem Herbst ein möglichst großes Bündnis gegen die Atompolitik zustande zu bekommen, und eben diesem gesunden Misstrauen. Eine Balance zwischen persönliche Bindungen zu grünen Politiker/innen, die wir als integre Persönlichkeiten empfinden, und dem Wunsch, der Vereinnahmung durch deren Parteistrategen auszuweichen.

Gas am Salzstock?

Auf der DDR-Seite des Salzstockes wurden Gasvorkommen im Salzstock Gorleben-Rambow war man 1969 bei Bohrungen auf Gas gestossen, berichtet „Radio ffn“. Austretende Gase waren für einige Unglücksfälle verantwortlich. Dem Interministeriellen Arbeitskreis (IMAK), der mit der Wahl des Standortes für ein nukleares Endlager befasst war, war das schon im Jahre 1976 bekannt. Sagt der Historiker Anselm Tiggemann vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) Gorleben. Trotzdem wurde der Salzstock Gorleben ein Jahr später als möglicher Standort für ein Atommüll-Endlager benannt und den Gasvorkommen nicht weiter nachgegangen. Der Preussag AG und der Brigitta Elwerath wurden wurden allerdings Probebohrungen nach neuen Gasfelder aufzuschließen, im Raum Gorleben untersagt.