10 Oktober 2010
Junge Union im Kreis fordert vergleichende Endlagersuche
15.Okt.2010 Gespeichert in:CDU
Der „stellvertretende Vorsitzende der JU
Lüchow-Dannenberg“, Christian Schulz, schreibt
heute in einem Leserbrief an die
Elbe-Jeetzel-Zeitung: „Folgender Satz muss
argumentiert werden: „Die Regierungskoalition
hat einen befriedeten Konflikt der bundesdeutschen
Gesellschaft wiederbelebt, indem sie einen stabilen
Konsens einseitig aufgekündigt hat.“ Damit ist
der Atomkonsens gemeint. Der sei bloßes Aussitzen
eines drängenden Problems gewesen, meint Christian:
„Den Grünen ist unter anderem zu verdanken,
dass das Atommüllproblem zehn Jahre lang auf’s
Abstellgleis gestellt wurde.“ Er wirft ihnen
vor, nicht nach alternativen Standorten gesucht zu
haben.
Nun hat ja der bayrische Umweltminister mit einem Flächenbrand gedroht, falls auch in Bayern gesucht werde. Und die Umweltministerin aus Baden-Württemberg ist ähnlich drauf. Deshalb hat die CDU/SPD-Koalition die Beratungen im Arbeitskreis Endlager seinerzeit eingestellt. Und deshalb hält Umweltminister Röttgen „eine parallele Suche nach alternativen Standorten für politisch nicht durchsetzbar“ und verzichtet ebenfalls darauf.
Aus der aktuellen Auseinandersetzung um die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke hält die Jungen Union Lüchow-Dannebergs sich ansonsten raus. Es gibt dazu nur einen einzigen Satz: „Die Junge Union Lüchow-Dannenberg (JU) begrüßt die Aussagen des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) zur Zukunft der Atomenergie in Deutschland.“ Wie auch immer die aussehen, schuld an allem sind die Grünen.
Nun hat ja der bayrische Umweltminister mit einem Flächenbrand gedroht, falls auch in Bayern gesucht werde. Und die Umweltministerin aus Baden-Württemberg ist ähnlich drauf. Deshalb hat die CDU/SPD-Koalition die Beratungen im Arbeitskreis Endlager seinerzeit eingestellt. Und deshalb hält Umweltminister Röttgen „eine parallele Suche nach alternativen Standorten für politisch nicht durchsetzbar“ und verzichtet ebenfalls darauf.
Aus der aktuellen Auseinandersetzung um die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke hält die Jungen Union Lüchow-Dannebergs sich ansonsten raus. Es gibt dazu nur einen einzigen Satz: „Die Junge Union Lüchow-Dannenberg (JU) begrüßt die Aussagen des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) zur Zukunft der Atomenergie in Deutschland.“ Wie auch immer die aussehen, schuld an allem sind die Grünen.
Langzeitunterbindungsingewahrsamnahmen!
14.Okt.2010 Gespeichert in:CDU
Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Christian Biallas,
innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion im
niedersächsischen Parlament, hat in der Hannoverschen
Allgemeinen ein Mittel empfohlen, mit dem sich
zumindest die Zahl der verdächtigen Demonstranten
schon im Vorwege deutlich verringern liesse: Den
„Unterbindungsgewahrsam“.
Darunter versteht man die Gefangennahme einer Person, ohne dass sie einer Straftat verdächtig ist. Sie ist zwar unschuldig, soll aber durch die „Ingewahrsamnahme“ daran gehindert werden, eine Straftat zu begehen. In Niedersachsen darf ein verdächtige Person mit dieser Begründung bis zu 10 Tage lang festgesetzt werden. Das riecht zwar unangenehm nach der „Schutzhaft“ des NSDAP-Staates, ist aber wirklich bei uns Recht und Gesetz.
Dass ausgerechnet der Ex-Pastor Biallas an solche praktischen Möglichkeiten erinnert, könnte am „Großprojekt Versammlungsrecht“ liegen, mit dem sich der Innenausschuss des niedersächsischen Landtages in letzter Zeit ausführlich beschäftigt hat. Biallas ist innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und muss sich beim Fachvortrag über das „Unterbindungsgewahrsam“ fleissig Notizen gemacht haben.
Ist nicht auch „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ eine Straftat, die mit „Unterbindungsgewahrsam“ wirksam verhindert werden könnte? Klar. Das einzige Problem ist die unzureichende Zahl der Gewahrsamszellen, speziell für Langzeitunterbindungsingewahrsamnahmen. Ausserdem werden eine grössere Zahl von Gewahrsamsmitarbeitern benötigt. Der Castortransport kann diesmal ja sehr lange dauern. Wir empfehlen also allen Demonstranten, die einschlägigen Vorschriften des Nds. SOG und der Polizeigewahrsamsordnung mitzuführen, wenn sie gegen Atommülltransporte protestieren.
Darunter versteht man die Gefangennahme einer Person, ohne dass sie einer Straftat verdächtig ist. Sie ist zwar unschuldig, soll aber durch die „Ingewahrsamnahme“ daran gehindert werden, eine Straftat zu begehen. In Niedersachsen darf ein verdächtige Person mit dieser Begründung bis zu 10 Tage lang festgesetzt werden. Das riecht zwar unangenehm nach der „Schutzhaft“ des NSDAP-Staates, ist aber wirklich bei uns Recht und Gesetz.
Dass ausgerechnet der Ex-Pastor Biallas an solche praktischen Möglichkeiten erinnert, könnte am „Großprojekt Versammlungsrecht“ liegen, mit dem sich der Innenausschuss des niedersächsischen Landtages in letzter Zeit ausführlich beschäftigt hat. Biallas ist innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und muss sich beim Fachvortrag über das „Unterbindungsgewahrsam“ fleissig Notizen gemacht haben.
Ist nicht auch „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ eine Straftat, die mit „Unterbindungsgewahrsam“ wirksam verhindert werden könnte? Klar. Das einzige Problem ist die unzureichende Zahl der Gewahrsamszellen, speziell für Langzeitunterbindungsingewahrsamnahmen. Ausserdem werden eine grössere Zahl von Gewahrsamsmitarbeitern benötigt. Der Castortransport kann diesmal ja sehr lange dauern. Wir empfehlen also allen Demonstranten, die einschlägigen Vorschriften des Nds. SOG und der Polizeigewahrsamsordnung mitzuführen, wenn sie gegen Atommülltransporte protestieren.
Widerstand wird noch strafbarer
13.Okt.2010 Gespeichert in:Polizei
Konrad Freiberg, Chef der Gewerkschaft der Polizei,
begrüsst die Verschärfung ist ein "notwendiges
gesellschaftliches Signal". Das Gesetz
müsse "den Willen erkennen lassen, potenzielle
Täter wirksam abzuschrecken", sagt er, es sei "ein
Schritt in die richtige
Richtung".
Freiberg meint einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem das Strafmaß für "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" von zwei auf drei Jahre erhöht wird. Das Kabinett hat ihn heute vorgelegt. Bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug sind in dem Gesetzentwurf für besonders schwere Fälle vorgesehen, etwa wenn eine Waffe oder gefährliche Werkzeuge wie Eisenstangen oder Pflastersteine benutzt werden. Wir vermuten, dass auch Traktoren als gefährliche Werkzeuge eingestuft werden.
In erster Linie richtet sich dieser Gesetzentwurf gegen "Widerstandshandlungen". Und wir wissen ja, dass solche "Widerstandshandlungen" sich bei Demonstrationen häufen. Protestierer tun nicht immer das, was die Polizei anordnet.
So ein Gesetz muss, so der Gewerkschaftsvorsitzende, auch Widerstandshandlungen umfassen, die nicht bei einer "Vollzugshandlung" - etwa beim Wegtragen, einer Verhaftung etc. - geschehen. Werde der Polizist angegriffen, sei er nicht ausreichend geschützt. Nun waren körperliche Angriffe gegen Polizisten waren ja schon immer strafbar, sogar mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe falls das mit einer Waffe geschieht. Freiberg kann also nur nicht-körperliche Renitenz meinen. In Zukunft sollen die Polizeibeamten entscheiden dürfen, ob sie sich als Opfer eines geistigen Angriffs fühlen?
Das hätte einen großen Vorteil: Falls jemand beim Demonstrieren ein Auge verliert und Anzeige erstatten will, kann die Polizei ihm mit einer Gegenanzeige wegen Widerstands drohen. Und wie wir wissen, haben Polizisten selten Probleme, ihre Aussagen aufeinander abzustimmen.
Freiberg meint einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem das Strafmaß für "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" von zwei auf drei Jahre erhöht wird. Das Kabinett hat ihn heute vorgelegt. Bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug sind in dem Gesetzentwurf für besonders schwere Fälle vorgesehen, etwa wenn eine Waffe oder gefährliche Werkzeuge wie Eisenstangen oder Pflastersteine benutzt werden. Wir vermuten, dass auch Traktoren als gefährliche Werkzeuge eingestuft werden.
In erster Linie richtet sich dieser Gesetzentwurf gegen "Widerstandshandlungen". Und wir wissen ja, dass solche "Widerstandshandlungen" sich bei Demonstrationen häufen. Protestierer tun nicht immer das, was die Polizei anordnet.
So ein Gesetz muss, so der Gewerkschaftsvorsitzende, auch Widerstandshandlungen umfassen, die nicht bei einer "Vollzugshandlung" - etwa beim Wegtragen, einer Verhaftung etc. - geschehen. Werde der Polizist angegriffen, sei er nicht ausreichend geschützt. Nun waren körperliche Angriffe gegen Polizisten waren ja schon immer strafbar, sogar mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe falls das mit einer Waffe geschieht. Freiberg kann also nur nicht-körperliche Renitenz meinen. In Zukunft sollen die Polizeibeamten entscheiden dürfen, ob sie sich als Opfer eines geistigen Angriffs fühlen?
Das hätte einen großen Vorteil: Falls jemand beim Demonstrieren ein Auge verliert und Anzeige erstatten will, kann die Polizei ihm mit einer Gegenanzeige wegen Widerstands drohen. Und wie wir wissen, haben Polizisten selten Probleme, ihre Aussagen aufeinander abzustimmen.
CDU-Fraktionsvorsitzender besucht heimlich den Landkreis
12.Okt.2010 Gespeichert in:CDU
Es gibt keine Anzeige, keinen Artikel in der
Elbe-Jeetzel-Zeitung, nur einen kleinen Hinweis auf
der CDU-Homepage:
"Auf seiner Herbsttour von Dienstag, 12. Oktober, bis Freitag, 15. Oktober 2010, wird der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Björn Thümler, Nord- und Nordostniedersachsen besuchen.
Er trifft sich mit Vertretern von Städten und Gemeinden, besichtigt Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen der jeweiligen Region und spricht mit den Menschen vor Ort."
Am Mittwoch, d. 13. Oktober, um 17.00 Uhr besichtigt Björn Thümler also die Firma Steinicke in Lüchow-Seerau. Und offenbar soll es ausserhalb der CDU niemand erfahren. Das ist seine einzige Station – es sei denn, es gibt noch geheimere.
Es ist schon auffällig, wie unauffällig unsere heimischen Christdemokraten derzeit in der Atomfrage sind.
"Auf seiner Herbsttour von Dienstag, 12. Oktober, bis Freitag, 15. Oktober 2010, wird der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Björn Thümler, Nord- und Nordostniedersachsen besuchen.
Er trifft sich mit Vertretern von Städten und Gemeinden, besichtigt Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen der jeweiligen Region und spricht mit den Menschen vor Ort."
Am Mittwoch, d. 13. Oktober, um 17.00 Uhr besichtigt Björn Thümler also die Firma Steinicke in Lüchow-Seerau. Und offenbar soll es ausserhalb der CDU niemand erfahren. Das ist seine einzige Station – es sei denn, es gibt noch geheimere.
Es ist schon auffällig, wie unauffällig unsere heimischen Christdemokraten derzeit in der Atomfrage sind.
Anleger sensibel: Atomaktien fallen
12.Okt.2010 Gespeichert in:Atompolitik
RWE waren mit einem Minus von 2,5 Prozent
Dax-Schlusslicht. E.ON gaben um 1,6 Prozent
nach. Wenn der Bund den Versuch unternehme, die
Laufzeitverlängerung ohne Länderkammer
durchzudrücken, dann werde Nordrhein Westfalen
klagen, kündigte Harry Voigtsberger im "Handelsblatt"
an. Und auf so etwas, so der "Deutschlandfunk" heute
mittag, reagieren Anleger "sensibel".
Wir sollten uns mehr um die Befindlichkeiten der Anleger kümmern.
Wir sollten uns mehr um die Befindlichkeiten der Anleger kümmern.
Röttgens Pirouetten
12.Okt.2010 Gespeichert in:Parteien
"Zehn Jahre ist nichts passiert. Wir handeln", sagte
Röttgen der "Passauer Neuen Presse" letzte Woche.
Damit meinte er die Aufhebung des Baustopps in
Gorleben. Und warum wurde zehn Jahre lang
nicht nach Alternativen gesucht?
Röttgens Antwort: "Eine Parallel-Erkundung mehrerer
Standorte ist politisch nicht zu realisieren." Nun
versagt der Journalist der bayrischen Tageszeitung:
Er fragt nicht nach, an wessen Widerstand eine
vergleichende Endlagersuche scheitert. Wir wissen es.
Die Passauer wissen es auch, denn nicht weit von der
bayrischen Stadt entfernt liegt Wackersdorf. Dort gab
es in den 80er Jahren einen Volksaufstand gegen eine
geplante Wiederaufbereitungsanlage, der dem Freistaat
Bayern eine historische Niederlage beibrachte.
Seitdem wollen die Bayern zwar Atommeiler,
aber den dort entstehenden Atommüll auf
jeden Fall nach Gorleben verfrachten.
Unglücklicherweise aber gibt es im Freistaat wie auch
in Baden-Württemberg Gesteinsformationen
aus Granit und Ton, die nach Expertenmeinung neben
den Salzstöcken in Norddeutschland ebenfalls für ein
Endlager in Frage kämen. Deshalb fürchten Bayern
und Baden-Württemberg eine vergleichende Erkundung
wie die Pest.
Bundesumweltminister Röttgen will demnächst Lüchow-Dannenberg besuchen und uns das alles erklären. Vielleicht fragt ja ein Journalist der Elbe-Jeetzel-Zeitung nach, warum was politisch nicht zu realisieren ist.
Bundesumweltminister Röttgen will demnächst Lüchow-Dannenberg besuchen und uns das alles erklären. Vielleicht fragt ja ein Journalist der Elbe-Jeetzel-Zeitung nach, warum was politisch nicht zu realisieren ist.
Für Verantwortung verantwortlich: Karin Bertholdes-Sandrock
12.Okt.2010 Gespeichert in:Wendländisches
Poesiealbum
Absolutes
Schweigen zur Gorleben-Problematik bei der CDU
Lüchow-Dannenbergs. Nicht einmal der
Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Klaus Wohler, der
doch in der Gemeinde Gorleben wohnt, mag sich
verantwortlich zu den aktuellen Entwicklungen
äussern. Die Internetseite der Kreis-CDU verweist auf
die Landtagsabgeordnete
Karin Bertholdes-Sandrock. Atomfragen fallen
wohl in deren Verantwortung.
"Die Frage der Endlagerung muss gelöst werden – völlig unabhängig davon, wie man zur Kernenergie steht." Das teilte Bertholdes-Sandrock vor genau zwei Jahren mit. Es sei die "Verantwortung in dieser Generation", den Atommüll irgendwo unterbringen. Vor gut einem Monat hat sie dieselbe Verantwortung erneut angemahnt: Sie sah die jetzige Bundesregierung in der Pflicht und forderte diese auf, sich der Verantwortung zu stellen.
Und die Bundesregierung hat unverzüglich reagiert: Sie hat den Atomdeal über eine Verlängerung der Laufzeiten eingefädelt. Was geschätzte 5000 Tonnen hochradioaktiven Atommülls mehr bedeutet – ein Drittel mehr. Die dann erst recht irgendwo hin müssen. Die Verantwortung ist damit noch grösser geworden. Dazu fällt Bertholdes-Sandrock nichts Verantwortliches ein, also schweigt sie.
Und wenn Gorleben sich doch als ungeeignet herausstellt? Das wäre unverantwortlich. Denn der Atommüll muss ja irgendwo hin, völlig unabhängig davon, wie man zur Kernenergie steht.
„Wer in Gorleben nichts tun will, muss sagen, was er machen will, um den Atommüll sicher zu lagern. Das ist unsere Verantwortung in dieser Generation“, sagt Bertholdes-Sandrock. Nun gehört der Satz "Wer in Gorleben nichts tun will, muss sagen, was er machen will, um den Atommüll sicher zu lagern" zur regierungsamtlichen Sprachregelung, den plappert sie nur nach. Unsinnig ist er ausserdem, weil alle möglichen Wissenschaftler und Kritiker sagen, was sie machen wollen: Eine vergleichende Endlagersuche nach internationalem Standard – mit der Option, den Atommüll jederzeit kontrollieren und zurückholen zu können. Warum Bertholdes-Sandrock das für verantwortungslos hält, hat sie bislang nicht erklärt. Dabei ist sie ausgebildete Lehrerin.
"Die Frage der Endlagerung muss gelöst werden – völlig unabhängig davon, wie man zur Kernenergie steht." Das teilte Bertholdes-Sandrock vor genau zwei Jahren mit. Es sei die "Verantwortung in dieser Generation", den Atommüll irgendwo unterbringen. Vor gut einem Monat hat sie dieselbe Verantwortung erneut angemahnt: Sie sah die jetzige Bundesregierung in der Pflicht und forderte diese auf, sich der Verantwortung zu stellen.
Und die Bundesregierung hat unverzüglich reagiert: Sie hat den Atomdeal über eine Verlängerung der Laufzeiten eingefädelt. Was geschätzte 5000 Tonnen hochradioaktiven Atommülls mehr bedeutet – ein Drittel mehr. Die dann erst recht irgendwo hin müssen. Die Verantwortung ist damit noch grösser geworden. Dazu fällt Bertholdes-Sandrock nichts Verantwortliches ein, also schweigt sie.
Und wenn Gorleben sich doch als ungeeignet herausstellt? Das wäre unverantwortlich. Denn der Atommüll muss ja irgendwo hin, völlig unabhängig davon, wie man zur Kernenergie steht.
„Wer in Gorleben nichts tun will, muss sagen, was er machen will, um den Atommüll sicher zu lagern. Das ist unsere Verantwortung in dieser Generation“, sagt Bertholdes-Sandrock. Nun gehört der Satz "Wer in Gorleben nichts tun will, muss sagen, was er machen will, um den Atommüll sicher zu lagern" zur regierungsamtlichen Sprachregelung, den plappert sie nur nach. Unsinnig ist er ausserdem, weil alle möglichen Wissenschaftler und Kritiker sagen, was sie machen wollen: Eine vergleichende Endlagersuche nach internationalem Standard – mit der Option, den Atommüll jederzeit kontrollieren und zurückholen zu können. Warum Bertholdes-Sandrock das für verantwortungslos hält, hat sie bislang nicht erklärt. Dabei ist sie ausgebildete Lehrerin.
Gorleben-Schlichtung: Natürlich nur mit Baustopp!
11.Okt.2010 Gespeichert in:Wendländisches
Poesiealbum
Die Niedersächsische Landesregierung bestätigte, dass
es im Bundesumweltministerium Überlegungen gibt,
einen externen Schlichter für Gorleben zu
benennen. Der Vorschlag kommt zwar 33 Jahre zu
spät. Aber er hat doch einiges für sich, wenn man
näher drüber nachdenkt.
Beispiel Flughafen Frankfurt: Als der eine neue Startbahn bekommen sollte, hat eine Gruppe von Mediatoren acht Jahre lang mit der betroffenen Bevölkerung und den Flughafenbetreibern an einem Tisch gesessen – bevor gebaut wurde, wohlgemerkt.
Ein runder Tisch in Gorleben würde mit Sicherheit länger tagen müssen. Erstens wegen der Zusammensetzung des "Runden Tisches", wie sie der Samtgemeindebürgermeister Schröder vorgeschlagen hat: Er will vor allem Feuerwehrleute, Schützenbrüder, Sportsfreunde und andere gesellschaftliche Gruppen einbinden, die nichts gegen Atomanlagen haben. Meistens wissen sie aber auch nicht viel darüber. Zudem wird der Samtgemeindebürgermeister Schröder zwischendurch immer wieder in Hannover erfragen müssen, was er jetzt sagen soll. Auch das kostet Zeit.
Und zweitens, weil das Institut für Technikfolgenabschätzung, das ein Verfahren für Bürgerbeteiligung nach den Vorgaben des Umweltministeriums ausgearbeitet hat, selbst schreibt, dass man einen Bürgerdialog ohne eine Suche nach Alternativstandorten für ein Endlager eigentlich gar nicht ernst nehmen könne. Die jedoch wird von den Atomfreunden aus Süddeutschland beharrlich blockiert.
Vielleicht sollten wir doch mit den Ministerien über eine Schlichtung verhandeln. Denn während der Schlichtungsgespräche müssen die Bauarbeiten ruhen, das lernen wir grade von Stuttgart21 und dem Mediator Heiner Geißler.
Mit einer Fortsetzung der Endlager-"Erkundung" wäre also – wenn sie überhaupt jemals wieder aufgenommen wird – nicht vor 10 oder sogar 20 Jahren zu rechnen.
Beispiel Flughafen Frankfurt: Als der eine neue Startbahn bekommen sollte, hat eine Gruppe von Mediatoren acht Jahre lang mit der betroffenen Bevölkerung und den Flughafenbetreibern an einem Tisch gesessen – bevor gebaut wurde, wohlgemerkt.
Ein runder Tisch in Gorleben würde mit Sicherheit länger tagen müssen. Erstens wegen der Zusammensetzung des "Runden Tisches", wie sie der Samtgemeindebürgermeister Schröder vorgeschlagen hat: Er will vor allem Feuerwehrleute, Schützenbrüder, Sportsfreunde und andere gesellschaftliche Gruppen einbinden, die nichts gegen Atomanlagen haben. Meistens wissen sie aber auch nicht viel darüber. Zudem wird der Samtgemeindebürgermeister Schröder zwischendurch immer wieder in Hannover erfragen müssen, was er jetzt sagen soll. Auch das kostet Zeit.
Und zweitens, weil das Institut für Technikfolgenabschätzung, das ein Verfahren für Bürgerbeteiligung nach den Vorgaben des Umweltministeriums ausgearbeitet hat, selbst schreibt, dass man einen Bürgerdialog ohne eine Suche nach Alternativstandorten für ein Endlager eigentlich gar nicht ernst nehmen könne. Die jedoch wird von den Atomfreunden aus Süddeutschland beharrlich blockiert.
Vielleicht sollten wir doch mit den Ministerien über eine Schlichtung verhandeln. Denn während der Schlichtungsgespräche müssen die Bauarbeiten ruhen, das lernen wir grade von Stuttgart21 und dem Mediator Heiner Geißler.
Mit einer Fortsetzung der Endlager-"Erkundung" wäre also – wenn sie überhaupt jemals wieder aufgenommen wird – nicht vor 10 oder sogar 20 Jahren zu rechnen.
Röttgen für neue Achtsamkeit!
10.Okt.2010 Gespeichert in:beknackt&bescheuert
Von den Vorschriften für eine
Öffentlichkeitsbeteiligung hält Umweltminister
Röttgen wenig, und natürlich gar nichts von den
Rechten auf Akteneinsicht oder Klagen für betroffene
Menschen. Deshalb wird der Salzstock ja auch nach dem
alten Bergrecht von 1984 erkundigt, das den Vorteil
hat, dass es lästige Anwohner aussen vor hält.
Weil das eine Menge Ärger gibt, kam der junge dynamische Minister auf die Idee, Gegner und Befürworter eines Endlagers im Salzstock Gorleben an einen „runden Tisch“ zu setzen und zusammen einer Mediation auszusetzen.
Mediatoren sind die Geheimwaffen bei Konflikten in Ehen, Schulen oder Betrieben. Sie achten darauf, dass Aggressionen rausgenommen und vernünftig und ohne gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen miteinander – äh – kommuniziert wird.
Ein Mediator sagt zum Beispiel: „Bitte formulieren Sie keinen Vorwurf, Frau Meier. Das drängt den Herrn Atomlobbyisten in eine Verteidigungsposition. Bitte formulieren Sie nur ihre subjektiven Gefühle. Und Sie, Herr Vorstandsvorsitzender: Was empfinden Sie, wenn sie ihren Geheimvertrag mit der Bundesregierung von Frau Meier gespiegelt bekommen?“
Es geht um das, was jetzt „Achtsamkeit“ genannt wird.
Diese neue Achtsamkeit wird die Herren von RWE, E.on oder Vattenfall, die Atomlobbyisten von Merkel bis zum Gartower Samtgemeindebürgermeister schwer ins Nachdenken bringen. Sie werden sich selbst und ihre Umwelt umfassend wahrnehmen. Wahrscheinlich werden sie sich in ein Kloster zurückziehen müssen, um das alles verarbeiten zu können…
Aber was wird dann aus Deutschland? Es wird in Dunkelheit und Armut versinken. Nein, das können Röttgen und die sanften Mediatoren nicht wirklich wollen.
Der Herr Minister nimmt dann doch lieber das alte Bergrecht, verlässt sich auf gefälschte Gutachten und statistische Tricks, hievt Atomlobbyisten ins Ministerium und streitet im Übrigen immer erstmal alles ab.
Widerspenstige Anwohner kann er dann anschliessend mit der neuen Fassung des Atomgesetzes einfach enteignen. Die sollen Yoga machen, wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten. Die hilft zwar nicht gegen Strahlung, aber man kommt mit der blöden Leukämie einfach besser klar.
Weil das eine Menge Ärger gibt, kam der junge dynamische Minister auf die Idee, Gegner und Befürworter eines Endlagers im Salzstock Gorleben an einen „runden Tisch“ zu setzen und zusammen einer Mediation auszusetzen.
Mediatoren sind die Geheimwaffen bei Konflikten in Ehen, Schulen oder Betrieben. Sie achten darauf, dass Aggressionen rausgenommen und vernünftig und ohne gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen miteinander – äh – kommuniziert wird.
Ein Mediator sagt zum Beispiel: „Bitte formulieren Sie keinen Vorwurf, Frau Meier. Das drängt den Herrn Atomlobbyisten in eine Verteidigungsposition. Bitte formulieren Sie nur ihre subjektiven Gefühle. Und Sie, Herr Vorstandsvorsitzender: Was empfinden Sie, wenn sie ihren Geheimvertrag mit der Bundesregierung von Frau Meier gespiegelt bekommen?“
Es geht um das, was jetzt „Achtsamkeit“ genannt wird.
Diese neue Achtsamkeit wird die Herren von RWE, E.on oder Vattenfall, die Atomlobbyisten von Merkel bis zum Gartower Samtgemeindebürgermeister schwer ins Nachdenken bringen. Sie werden sich selbst und ihre Umwelt umfassend wahrnehmen. Wahrscheinlich werden sie sich in ein Kloster zurückziehen müssen, um das alles verarbeiten zu können…
Aber was wird dann aus Deutschland? Es wird in Dunkelheit und Armut versinken. Nein, das können Röttgen und die sanften Mediatoren nicht wirklich wollen.
Der Herr Minister nimmt dann doch lieber das alte Bergrecht, verlässt sich auf gefälschte Gutachten und statistische Tricks, hievt Atomlobbyisten ins Ministerium und streitet im Übrigen immer erstmal alles ab.
Widerspenstige Anwohner kann er dann anschliessend mit der neuen Fassung des Atomgesetzes einfach enteignen. Die sollen Yoga machen, wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten. Die hilft zwar nicht gegen Strahlung, aber man kommt mit der blöden Leukämie einfach besser klar.
Rut ut de Kartüffeln!
10.Okt.2010 Gespeichert in:Wendländisches
Poesiealbum
Der Dannenberger Kartoffelsonntag ist das grösste
„Volksfest“ in Lüchow-Danneberg:
Zehntausende schlendern durch die Lange Strasse, und
gucken, schnacken, essen und kaufen. In diesem Jahr
wird er verschoben, denn der Atommüllzug kommt
ausgerechnet an diesem ersten Kartoffel-Wochenende im
November. Die Absage hält der Kommentator der
Elbe-Jeetzel-Zeitung für unnötig. Dannenberg hätte
froh sein können, denn sicher wären noch einige
Menschen von der Demonstration am Vortag übrig
geblieben, die sich dann am Sonntag noch ein wenig
Pufferduft hätten um die Nase wehen lassen. An wen
dachte er da – an die schwarzgekleideten
Brigaden aus der Magdeburger Polizeikasernen? Oder an
die als Gewaltprotestierer verkleidete
Verfassungsschützer, die noch ein paar Überstunden
abbummeln?
Ein Gutteil der normalen Menschen, die sonst den Kartoffelsonntags besucht hätten, geht diesmal demonstrieren. Denn die Protestaktionen beschränken sich erfahrungsgemäss nicht auf die Auftaktkundgebung am Sonnabend. Diesmal werden es tausende Demonstrant/innen sein, die im Wendland bleiben und die Castoren erwarten. Mal abgesehen von den Verkehrsbehinderungen: Die anderen kämen sich vielleicht ein bißchen albern vor, in einer solchen Stimmung fettdünstende Kartoffelbratereien und alberne Kostüm-Indianer zu besichtigen. Strahlender Atommüll, gepanzerte Polizisten und Wasserwerfer sind ein Stimmungskiller – zumindest für verkaufsoffene Sonntage.
Am Tag zuvor ist dagegen gute Stimmung garantiert: Auf dem Kundgebungsplatz der Atomkraftgegner/innen bei Splietau.
Ein Gutteil der normalen Menschen, die sonst den Kartoffelsonntags besucht hätten, geht diesmal demonstrieren. Denn die Protestaktionen beschränken sich erfahrungsgemäss nicht auf die Auftaktkundgebung am Sonnabend. Diesmal werden es tausende Demonstrant/innen sein, die im Wendland bleiben und die Castoren erwarten. Mal abgesehen von den Verkehrsbehinderungen: Die anderen kämen sich vielleicht ein bißchen albern vor, in einer solchen Stimmung fettdünstende Kartoffelbratereien und alberne Kostüm-Indianer zu besichtigen. Strahlender Atommüll, gepanzerte Polizisten und Wasserwerfer sind ein Stimmungskiller – zumindest für verkaufsoffene Sonntage.
Am Tag zuvor ist dagegen gute Stimmung garantiert: Auf dem Kundgebungsplatz der Atomkraftgegner/innen bei Splietau.
