22 Mai 2011
„Energiewende“ im Kreis Lüchow-Dannenberg: Die letzten Atomikaner
22.Mai.2011 Gespeichert in:Wendland
Die Atompolitik des Konservativen Kreises um die
CDU-Ratsfrau Felber und den Ex-SPDler Voß irritiert
offenbar auch viele Sympathisanten. Vermutlich
deshalb sahen sich die Parteistrategen genötigt, am
21. Mai in einer Anzeige – es eilte wohl sehr!
– eine Grundsatzerklärung nachzuschieben. Und
so sehen die energiepolitischen Ziele aus: Man will
einen „breiten gesellschaftlichen
Konsens“, „verloren gegangenes Vertrauen
beim Bürger wiederherstellen“, einen
„ausreichenden Zeitrahmen“ für die
Energiewende und „bezahlbare“
Energiepolitik, ferner den „Risikobegriff neu
definieren“, und zwar mindestens europa-,
möglichst aber weltweit. Natürlich sind Felber/Voß
auch „gegen Aktionismus und übereilte
Scheinlösungen“. Damit hat das Dreamteam schon
jetzt passable nichtssagende Slogans für die
Kommunalwahlen im September zusammen.
Verschwurbelt formuliert die Elbtalauen-CDU auch ihre Position in der Atommüllfrage: Einerseits ist man für die „Weiterkundung“ des Salzstockes Gorleben. Andererseits fordern Felber und Voß aber auch, dass die Rückholbarkeit des Atommülls „ein wesentliches Element für die Entscheidungsfindung sein sollte“. „Sein sollte“ – nicht „sein muss“. Wenn der Gorlebener Erkundungsbergwerk zum Atommüllendlager erklärt wird, könnte die CDU auf die Rückholbarkeit der Fässer wieder verzichten. Das Konzept „Endlagerung in Salzstock“ bedeutet nämlich, dass die Fässer nach einer gewissen Zeit dem sie umfliessenden Salz überlassen werden. Man kommt dann mit bergmännischen Methoden nicht mehr an sie ran. Das wissen natürlich auch F & V.
In einem Punkt jedoch wird das Team überraschend konkret: Es fordert eine Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager für hochradioaktiver Abfälle. Die Reaktorsicherheitskommission unterließ diese Überprüfung, obwohl der Bundestagsbeschluss sie ausdrücklich beauftragte, "alle kerntechnischen Anlagen" zu überprüfen. Und weder Umweltminister Röttgen (CDU) noch andere Regierungsstellen monierten, dass die Zwischenlager ausgelassen wurden. Man kann von einer stillschweigenden Übereinkunft zwischen Regierungslager und Kommission ausgehen. Vermutlich wird dann auch die Ethikkommission weder die Lagerung der Castoren in Gorleben noch die “Bauarbeiten“ im Salzstock infrage stellen. Es sieht ganz so aus, als ob die schwarzgelbe Koalition beim Atommüllproblem noch nicht einmal eine vorgetäuschte Wende fahren will, sondern den alten Kurs "Endlager Gorleben" weiter durchzieht. Für Felber & Voß gibt es da nur eine Möglichkeit, das "verloren gegangene Vertrauen" ihrer Wähler/innen wiederherzustellen: Sie müssten eindeutig Stellung beziehen. Zur Not auch gegen die atompolitischen Scheinlösungen der Berliner Regierung.
Verschwurbelt formuliert die Elbtalauen-CDU auch ihre Position in der Atommüllfrage: Einerseits ist man für die „Weiterkundung“ des Salzstockes Gorleben. Andererseits fordern Felber und Voß aber auch, dass die Rückholbarkeit des Atommülls „ein wesentliches Element für die Entscheidungsfindung sein sollte“. „Sein sollte“ – nicht „sein muss“. Wenn der Gorlebener Erkundungsbergwerk zum Atommüllendlager erklärt wird, könnte die CDU auf die Rückholbarkeit der Fässer wieder verzichten. Das Konzept „Endlagerung in Salzstock“ bedeutet nämlich, dass die Fässer nach einer gewissen Zeit dem sie umfliessenden Salz überlassen werden. Man kommt dann mit bergmännischen Methoden nicht mehr an sie ran. Das wissen natürlich auch F & V.
In einem Punkt jedoch wird das Team überraschend konkret: Es fordert eine Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager für hochradioaktiver Abfälle. Die Reaktorsicherheitskommission unterließ diese Überprüfung, obwohl der Bundestagsbeschluss sie ausdrücklich beauftragte, "alle kerntechnischen Anlagen" zu überprüfen. Und weder Umweltminister Röttgen (CDU) noch andere Regierungsstellen monierten, dass die Zwischenlager ausgelassen wurden. Man kann von einer stillschweigenden Übereinkunft zwischen Regierungslager und Kommission ausgehen. Vermutlich wird dann auch die Ethikkommission weder die Lagerung der Castoren in Gorleben noch die “Bauarbeiten“ im Salzstock infrage stellen. Es sieht ganz so aus, als ob die schwarzgelbe Koalition beim Atommüllproblem noch nicht einmal eine vorgetäuschte Wende fahren will, sondern den alten Kurs "Endlager Gorleben" weiter durchzieht. Für Felber & Voß gibt es da nur eine Möglichkeit, das "verloren gegangene Vertrauen" ihrer Wähler/innen wiederherzustellen: Sie müssten eindeutig Stellung beziehen. Zur Not auch gegen die atompolitischen Scheinlösungen der Berliner Regierung.
CSU zaubert Wendedatum mit Wendewendeklausel
22.Mai.2011 Gespeichert in:Regierung
Weder der Bericht der "Reaktorsicherheitskommission"
noch der Befund der „Ethikkommission“
spielen für die CSU eine Rolle, sie hat einfach 2022
als das Jahr beschlossen, an dem der letzte
Atommeiler vom Netz gehen soll. Warum ausgerechnet
2022 und nicht 2017 oder 2027? Wahrscheinlich, weil
sich zehn Jahre einfach gut anhören für die typischen
CSU-Wähler – 2017 wäre zu kurz, 2027 zu lang.
Eine sachliche Begründung für dieses willkürlich aus
dem Hut gezauberte Datum gibt es nicht. Aber eine
wahltaktische Begründung: CSU-Chef Seehofer
warnte
vor dem „dauerhaften Verlust der
Mehrheitsfähigkeit der CSU“. Kanzlerin Merkel
unterstütze dies in ihrer Rede als Gast der
Parteitagung, die Wähler/innen wollten „ein
klares Datum für den Ausstieg.“ Ein
innerparteilich verhandelter Beschluss also, der
zudem mit einer Revisionsklausel versehen wurde.
Sollte die Energiewende nicht so laufen wie geplant,
kann der Ausstieg verschoben werden. Mehr Gummi geht
nicht. Ein Endlager für radioaktiven Atommüll im
Freistaat lehnt der CSU-Umweltminister Söder
weiterhin ab – Bayern sei dafür geologisch
nicht geeignet. Söders „geologische
Eignung“ hat ebenfalls gummiartigen Charakter
und bedeutet, dass die Bayern Atommüll, den sie
selbst erzeugt haben, auf jeden Fall ausserhalb
Bayerns unterbringen wollen.
Die CSU macht mit ihrer Tagung deutlich, dass die angeblichen „neuen Erkenntnisse“ nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima allein in der Angst vor Stimmenverlusten besteht. Jetzt laufen sie erstmal den von der Atomfahne gehenden Wahlvolk hinterher. Aber selbst das tun die schlauen Parteistrategen nur mit der Absicherung, den endgültigen Atomausstieg jederzeit wieder rückgängig machen zu können.
Wir gehen davon aus, dass der CSU-Beschluss auch die Vorlage für den Atomausstieg der schwarzgelben Regierungskoalition bildet. Wenn sie das Papier der Ethikkommission noch abwartet, dann nur aus Gründen der politischen Optik.
Die CSU macht mit ihrer Tagung deutlich, dass die angeblichen „neuen Erkenntnisse“ nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima allein in der Angst vor Stimmenverlusten besteht. Jetzt laufen sie erstmal den von der Atomfahne gehenden Wahlvolk hinterher. Aber selbst das tun die schlauen Parteistrategen nur mit der Absicherung, den endgültigen Atomausstieg jederzeit wieder rückgängig machen zu können.
Wir gehen davon aus, dass der CSU-Beschluss auch die Vorlage für den Atomausstieg der schwarzgelben Regierungskoalition bildet. Wenn sie das Papier der Ethikkommission noch abwartet, dann nur aus Gründen der politischen Optik.
Atommüll: Röttgen gegen Ethikkommission
22.Mai.2011 Gespeichert in:Regierung
(15. Mai 2011)
Welche ethischen Grundsätze müssen in Zukunft beim
Umgang mit Atommüll beachtet werden – andere
als vor Fukushima? „Die Situation hat sich
tatsächlich verändert,“ sagte Röttgen dieses
Wochenende dem Magazin „focus“.
„Sie birgt die Chance, auch bei der Lagerung
von radioaktiven Abfällen zu einem Konsens zu
kommen.“ Und wie könnte der Konsens aussehen?
„Die CDU hat „einstimmig
beschlossen,“ so Röttgen, „dass
einerseits Gorleben erkundet werden soll, wir aber
auch über andere geologische Formationen und weitere
Entsorgungsoptionen diskutieren sollten.“
Das ist nichts Neues. Solange nur über andere Optionen diskutiert wird, ist das für die Regierung kein Problem. Allerdings macht die „Ethikkommission“ Zicken. In ihrem Entwurf stand zum Thema Atommüll etwas von einer „rückholbaren Lagerung“, um zukünftigen Generationen de Chance zu geben, neue technische Entwicklungen für die Behandlung des Atommülls nutzen zu können. Eine rückholbare Lagerung von Atommüll ist im Salzstock von Gorleben aber nicht möglich, weil das Salz die Fässer in der Tiefe allmählich umschliesst. Würde die Ethikkommission auf Rückholbarkeit bestehen, wäre das das Aus für Gorleben. Eine Weitererkundung könnte man sich sparen.
Aber das hat Röttgen ja nun unmissverständlich korrigiert.
Das ist nichts Neues. Solange nur über andere Optionen diskutiert wird, ist das für die Regierung kein Problem. Allerdings macht die „Ethikkommission“ Zicken. In ihrem Entwurf stand zum Thema Atommüll etwas von einer „rückholbaren Lagerung“, um zukünftigen Generationen de Chance zu geben, neue technische Entwicklungen für die Behandlung des Atommülls nutzen zu können. Eine rückholbare Lagerung von Atommüll ist im Salzstock von Gorleben aber nicht möglich, weil das Salz die Fässer in der Tiefe allmählich umschliesst. Würde die Ethikkommission auf Rückholbarkeit bestehen, wäre das das Aus für Gorleben. Eine Weitererkundung könnte man sich sparen.
Aber das hat Röttgen ja nun unmissverständlich korrigiert.
